Cooking Cultures
Migrants' Integration through Culinary Arts
Programm
Projektnummer
Leitaktion
Aktiontyp
Themen
Laufzeit
EU-Förderbetrag
Über das Projekt
Das Cooking Cultures Projekt konzentrierte sich darauf, gering qualifizierte Migrant:innen beim Einstieg und Aufstieg im Gastronomiesektor zu unterstützen, einem der wichtigsten Beschäftigungsbereiche für Migrant:innen sowohl in der EU als auch in der Türkei. Ausgehend von der Realität, dass viele Migrant:innen in Küchen und Restaurants arbeiten – häufig informell und unter ausbeuterischen Bedingungen –, während gleichzeitig das Interesse an ethnischen Küchen wächst, setzte sich das Projekt zum Ziel, diese Situation in eine strukturierte Chance für Beschäftigungsfähigkeit und Integration zu verwandeln. Die Kernidee bestand darin, Migrant:innen mit den typischen (technischen) Kompetenzen und den sozialen/interkulturellen Kompetenzen auszustatten, die in professionellen Küchen benötigt werden, und sie über formelle, geschützte Beschäftigungswege in den Arbeitsmarkt zu führen – und so zu ihrer Integration in die EU-Gesellschaften durch menschenwürdige Arbeit beizutragen.
Ziele
Das Projekt zielte darauf ab, Lücken im bestehenden Qualifizierungsangebot für Migrant:innen im Gastronomiesektor zu schließen und lässt sich in drei Hauptziele gliedern:
Erstens wollte Cooking Cultures die spezifischen Qualifizierungsbedarfe gering qualifizierter Migrant:innen im Gastronomiesektor ermitteln und bewerten, indem sowohl Hard Skills (z. B. Küchentechniken, Hygiene, Grundorganisation) als auch Soft-/interkulturelle Kompetenzen (Teamarbeit, Kommunikation, Umgang mit Vielfalt) analysiert wurden. Dies umfasste die Bewertung der Vorerfahrungen und des Vorwissens von Migrant:innen, die Entwicklung eines Selbsteinschätzungstools sowie die Definition eines aktualisierten Kompetenzprofils , das mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes übereinstimmt.
Zweitens zielte das Projekt darauf ab, migrant:innenorientierte Trainingsprogramme und Materialien zu entwickeln: eine Typologie zentraler Qualifikationen und Soft Skills, die Migrant:innen typischerweise fehlen, passgenaue Trainingsmaterialien und eine Online-Plattform für eine digital affine Zielgruppe von Migrant:innen. Auf dieser Grundlage wurden zwei komplementäre Trainingskurse entwickelt: ein Kurs für Tutor:innen/Trainer:innen mit Spezialisierung auf Culinary Arts und Arbeit mit Migrant:innen sowie ein Kurs für gering qualifizierte Migrant:innen , die bereits im Sektor arbeiten oder dort arbeiten möchten.
Drittens beabsichtigte Cooking Cultures, die Beschäftigungsfähigkeit und Integration von Migrant:innen zu erhöhen , indem klare Berufswege im Gastronomiesektor aufgezeigt und die Trainingsangebote in Pilotkursen erprobt wurden. Dies umfasste die Einbindung relevanter Stakeholder (Arbeitgeber, Bildungsträger, Branchenorganisationen), um systemische Wirkung zu erzielen und den Übergang von informeller, prekärer Beschäftigung hin zu formaler Anstellung zu unterstützen. Der Erfolg des Projekts wurde sowohl anhand qualitativer Indikatoren (Entwicklung fachlicher und sozialer Kompetenzen, Zufriedenheit der Lernenden und Tutor:innen, Interesse von Arbeitgebern und Bildungsträgern) als auch anhand quantitativer Indikatoren gemessen (Anzahl der qualifizierten Migrant:innen, Abschlussquoten, Plattformnutzende, Teilnehmende an Multiplikator:innen-Events und insgesamt erreichte Personen – mindestens 500).
Aktivitäten
Um diese Ziele zu erreichen, setzte Cooking Cultures ein kohärentes Bündel von Aktivitäten um, das sich auf seine Intellectual Outputs und begleitende Maßnahmen stützte.
Über IO2 – Prior-Learning Assessment Approach organisierten die Partner individuelle Sitzungen mit Migrant:innen, um vorhandene Erfahrungen im Gastronomiesektor zu erfassen, und entwickelten ein Selbsteinschätzungstool. Dies ermöglichte es dem Konsortium, Kompetenzlücken zu identifizieren und die entscheidende Bedeutung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen neben technischen Fähigkeiten zu bestätigen.
Auf dieser Grundlage konzentrierte sich IO3 – Consolidated Training Scheme auf die Entwicklung spezialisierter Trainingsmaterialien, die Erstellung einer migrant:innenfreundlichen Online-Plattform und die Ausarbeitung von zwei Trainingskursen: einem für Tutor:innen/Trainer:innen und einem für gering qualifizierte Migrant:innen. Diese Kurse wurden anschließend mit beiden Zielgruppen pilotiert , um Inhalte, Methoden und digitale Werkzeuge zu testen und zu verfeinern.
Parallel dazu organisierte das Projekt zweigleisige Trainings- und Outreach-Aktivitäten, darunter Pilot-Sitzungen, LTT-Aktivitäten (virtuell durchgeführt) und Multiplikator:innen-Events sowie eine Abschlusskonferenz , um das Trainingsmodell und seine Ergebnisse Bildungsanbietern im Bereich Culinary Arts, Arbeitgebern und weiteren Stakeholdern vorzustellen. Kontinuierliche Dissemination sorgte dafür, dass das Projekt und seine Ergebnisse auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene sichtbar waren.
Insgesamt führten diese Aktivitäten zu verbesserten Qualifikationen und Soft Skills bei migrantischen Lernenden, zu validierten Schulungsmaterialien und einer Online-Plattform, zu hoher Zufriedenheit bei Tutor:innen und Teilnehmenden sowie zu großem Interesse von Arbeitgebern und Stakeholdern. Damit bestätigte sich Cooking Cultures als ein praxisnahes Modell zur Integration von Migrant:innen in den Gastronomiesektor durch hochwertige, zielgruppenspezifische Qualifizierung.
Projektpartner
- Adana Metropolitan Municipality - 🇹🇷 Türkei
- Compass - Beratung, Begleitung und Training gemeinnützige GmbH - 🇦🇹 Österreich
- AKMI KATARTISI EKPAIDEYSI ANONYMI ETAIREIA - 🇬🇷 Griechenland
- SYMPLEXIS - 🇬🇷 Griechenland
- Surdurulebilir Kalkinma Dernegi - 🇹🇷 Türkei